Früher MiniSAP genannt und nur über Umwege verfügbar, kann man seit Anfang 2007 den SAP NetWeaver AS (Application Server) als 30-Tage-Demo direkt herunterladen - man benötigt lediglich einen (kostenlosen) Account beim SDN (SAP Developer Network), um sich die Software zu saugen. Eine Verlängerung des Testzeitraums um weitere 90 Tage ist problemlos möglich.
Nebenbei: Passend dazu habe ich vor etwa einem Jahr ein SAP-Installationsvideo erstellt, welches bei YouTube immerhin schon 35.000 Views generieren konnte :-)
Und da man auf einem Bein nicht stehen kann, hier noch eine Liste mit den wichtigsten SAP Transaktionscodes.
Der NW Application Server ist natürlich "nackt", also ohne Module - aber trotzdem ein ideales technisches Testsystem für @home.
Die Hardwareanforderungen sind relativ moderat (Minimalausstattung der aktuellen NW7.01 SR1 SP3: 1 GB RAM, 1.1 GHz 30 GB HDD), daher ist der SAP AS natürlich auch ein geeigneter Kandidat für die Virtualisierung.
Zumal (ich will da aber keine unbestätigten Gerüchte in die Welt setzen!) es bei mir früher zumindest so war, dass ich nach einer ersten Installation der SAP-Trial keine Chance hatte, die Trial noch ein zweites Mal zu installieren - lediglich ein Nuken der Spur-0 ebnete den Weg zur erneuten Installation. Bei einem virtuellen System als Host-OS für den SAP AS erspart man sich also richtig viel Zeit, da man das VM-Image über Snapshots in Sekunden komplett resetten kann.
Außerdem ist die Installation des AS auf einem speziell vorbereiteten VM-Image (also mit schon vorkonfiguriertem MS-Loopback Adapter und Host-Datei) eine Sache von wenigen Mouseklicks, die man zudem bequem vom Sofa aus per VNC über's Netbook erledigen kann. (Hinweis: Wenn das Keyboard-Mapping beim VNC-Zugriff auf die VM nicht stimmt, findet man hier die Lösung).
Noch'n Tipp: Dieser Guide von David Baan beschreibt die Konfiguration der NW 7.01 Demo.
Die SAP-GUI (also das grafische Frontend) ist hingegen natürlich nicht von diesem 30-Tage-Zyklus betroffen. Und da die Kommunikation zwischen SAP GUI und SAP AS bekanntlich via TCP/IP erfolgt, kann man die SAP GUI also auch problemlos ausserhalb der VM (also z.B. auf dem Netbook) installieren, wenn man die Netzwerkverbindung zur VM entsprechend eingerichtet hat.
Und was per LAN prima funktioniert, klappt natürlich auch weltweit - über den heimischen DSL-Anschluss: Und genau darüber handelt dieser Beitrag, und zwar wie Sie sich unterwegs per Netbook via UMTS über den DSL-Router zuhause mit Ihrem SAP-Testsystem auf einem VMware virtuellen PC verbinden:
1. VM einrichten
2. Router erreichbar machen
3. Port weiterleiten
4. Verbindungseinstellung am Netbook
Optional: 5. Fehlersuche
1. VM einrichten
Die VM benötigt natürlich einen Netzwerk-Adapter:

Weiterhin sollte diesem Adapter im Guest-Betriebssystem eine statische IP-Adresse entsprechend den Konventionen Ihrer heimischen Netzwerkumgebung zugewiesen werden:
2. Router erreichbar machen
Bei einem typischen DSL-Anschluss wird nach 24 Stunden die Verbindung getrennt, d.h. es ändert sich mit dem ReConnect auch die vom Provider zugewiesene (WAN) IP-Adresse des Routers.
Um den eigenen Router also trotz dieser sich regelmäßig ändernden WAN-IP später über UMTS wiederzufinden, bedient man sich eines (kostenlosen) Dynamic-DNS-Services.
In der Firmware des Router sollte man einen entsprechenden Menüpunkt finden, um die DDNS-Dienste konfigurieren zu können:
Wenn der Router mehrere DDNS-Dienste unterstützt, spricht nichts dagegen, hier auch mehrere Anbieter einzutragen - immerhin ist der typische DDNS-Service i.d.R. kostenlos, und doppelt hält besser...
Ich selbst verwende seit Jahren DynDNS sowie No-IP ohne Probleme. Hier eine Übersicht entsprechender Anbieter, allerdings würde ich mich bei der Auswahl an einen in der Router-Firmware eventuell bereits vorkonfigurierten Service orientieren.
Sobald nun die 24h-Zwangstrennung erfolgt und anschließend die Verbindung mit neuer IP-Adresse wieder aufgebaut wird, informiert der Router selbständig die konfigurierten DDNS-Anbietern - zwar ändert sich also die IP, der Router ist aber weiterhin unter dem gewählten Hostnamen erreichbar.
3. Port weiterleiten
Die SAPGUI (auf dem Netbook) muß via Internet eine Verbindung zum Dispatcher auf Port 32xx des SAP ApplicationServers aufbauen können. Da der Server jedoch nicht direkt über das Internet erreichbar ist, sondern lediglich der (DSL)-Router, muss der entsprechende Port vom Router zum SAP-Testsystem weitergeleitet werden - diese Weiterleitung nennt man Port Forwarding, sie wird über die Firmware des Routers konfiguriert.
Der obige Port orientiert sich i.d.R. an der SAP Systemnummer; bei der SAP Trial lautet diese (vorgegebene) Systemnummer "00", daher muss in der Firmware also der Port 3200 auf die statische IP des SAP-Servers (siehe obigen Punkt 1: VM einrichten) weitergeleitet werden:
4. Verbindungseinstellung am Netbook
Im SAP Logon erstellt man sich einen neuen Eintrag mit den üblichen Werten, trägt aber in das Feld Anwendungsserver den Hostname des DDNS-Dienstes ein:
Die bei der Kommunikation zwischen AS und GUI übertragenen Datenmengen sind i.d.R. derart gering, dass man jederzeit problemlos per UMTS eine Verbindung zum SAP Server herstellen kann: Als Richtwert wird bei einem Transaktionsschritt lediglich 5 bis 8kByte übertragen, und selbst ein komplexer Bildschirmaufbau benötigt selten mehr als 50kBytes.
Ist kein UMTS vorhanden, läßt sich der Zugang bei solch geringen Datenmengen sogar auch per GPRS abwickeln. Eventuell sollte man im SAP Logon dann aber in den Eigenschaften des Systemeintrages im Tab "Netzwerk" die Netzwerkeinstellung Langsame Verbindung anstatt Schnelle Verbindung aktivieren - hierdurch werden einige wenige KBs gespart, da das Hintergrundbild und einige Animationen unterdrückt sowie Menüstrukturen erst bei Bedarf übertragen werden (Details siehe SAP-Note 161053: Using SAPGUI in WAN).
Kommt es hingegen zu Timeouts, kann man über die SAP-Logon-Konfiguration (im SAP Logon oben links klicken und Optionen wählen) den Zeitüberschreitungswert ändern - allerdings sollte der Default-Wert von 10 Sekunden selbst für die lahmste GPRS-Verbindung ausreichen...
Optional: 5. Fehlersuche
Auch wenn obiges Prozedere eigentlich keine größere Hürde darstellen sollte - der Fehler steckt bekanntlich oft im Detail. Also begeben wir uns im Fall der Fälle auf Schatz- äh Fehlersuche...:
Zuerst machen wir ganz klassisch einen Nmap-Scan, um zu testen, ob der Port überhaupt erreichbar ist:
Das Ergebnis des Scans läßt sich wie folgt interpretieren:
- STATE open: Alles in Ordnung
- STATE filtered: Eventuell blockiert die Firewall den Port oder die Port-Weiterleitung am Router ist fehlerhaft konfiguriert oder der SAP Server ist nicht gestartet
- Failed to resolve given hostname: Mit dem DDNS-Service stimmt was nicht
Wird "STATE filtered" angezeigt und die Port-Weiterleitung wurde definitiv aktiviert, empfehle ich folgendes Vorgehen, um den Fehler einzugrenzen:
Zuerst sollte man in der Windows Management Console überprüfen, ob der SAP-Server auch tatsächlich "up" ist (zu erkennen an der grünen Markierung):
Anschließend öffnet man die Eigenschaften der Netzwerkverbindungen und öffnet über den "Erweitert"-Tab die Einstellung der Windows-Firewall. Dort wählt man "Inaktiv" und klickt auf OK:
Liefert der Nmap-Scan jetzt das gewünschte STATE open - Ergebnis?
Wenn ja, dann sollte man folglich die Firewall wieder aktivieren, allerdings über den Tab "Ausnahmen" den Port 3200 hinzufügen:
Damit sollte das Verbindungsproblem gelöst sein...
Als weiteres Diagnose-Tool bei Verbindungsschwierigkeiten oder - abbrüchen fiele mir dann noch NIPING ein, allerdings wäre das ein schönes Thema für einen separaten Beitrag. Erste Infos über NIPING findet man hier sowie etwas detaillierter in der SAP-Note 500235: Network Diagnosis with NIPING.
Ebenfalls ein schönes Thema für einen separaten Beitrag: Die Tunnelung per VPN.
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Hinweis (Scriptkiddies aufgepasst!): Sämtliche in den Bildschirmbildern sichtbaren "viod"-Textelemente (void = adj leer; jur. (rechts)unwirksam, ungültig) verstehen sich lediglich als Komposition für Demonstrationszwecke - jede Ähnlichkeit mit real existierenden Logins, Hostnamen, URLs usw. ist rein zufällig und nicht beabsichtigt.